Erste Schritte in den Garten

Erste Schritte in den Garten

 

Die Sonne scheint und wärmt den winterlichen Februartag. Meine Sehnsucht nach Helligkeit, frischer Luft und wärmenden Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht ist übermächtig. Ich lasse meinen sprichwörtlichen Stift in Form einer Tastatur fallen und werfe mich in Gartenkleidung. Die warme Jeans und mein kuscheligster Hoodie versprechen, neben dicken Wollsocken, wohlige Wärme bei meiner geplanten Gartenbegehung. Ob wohl schon etwas blüht? Recken die ersten Pflanzen schon Knospen hervor? Gibt es schon erste knipswürdige Motive? Ja, der Fotoapparat muss mit!

Ich mache eine erste Bestandsaufnahme unseres Gartens.

Oh weh, das sieht ja ganz fürchterlich aus. Ohne dass mein Mann und ich es bemerkt haben, hat sich im letzten Herbst der Garten „verwildständigt“. Mauli und die tief ackernden Wühlmäuse haben ganze Arbeit geleistet. Böse Fußfallen unterminieren den Rasenteil und lange, braun getrocknete Halme „verschönern“ büschel- und teppichartig die Beete. Das wird arbeitsintensiv. Sobald der Frost aus dem Boden ist, werden Hände und Rücken einiges zu tun bekommen! Gift wird dabei nicht eingesetzt.

Und dann der alte Hühner- und Kaninchenstall. Der muss neu imprägniert werden. Dazu hatten wir im letzten Jahr bereits die Außenwände freigelegt und dabei festgestellt, dass einige Bretter ausgetauscht werden müssen. Die Nässe des letzten Jahres hat ihnen arg zugesetzt.

Der ehemalige Hühnerauslauf liegt nach dem Entfernen des Schutzdrahtes brach. Diesen Schutzdraht hatten wir angebracht, um die Tiere vor dem, im angrenzenden Wald wohnhaften, Fuchs zu schützen. Bei unseren Nachbarn, die ihre Hühner frei im Garten herumlaufen lassen, hat dieser Fuchs bereits mehrere Generationen von Hühnern hinterhältig gemeuchelt und genüsslich verspeist.

Auch gegen Raubvögel waren unsere Tiere geschützt, denn der Draht wurde auch über dem Auslauf gespannt. Krähen, Käuzchen und Raubvögel konnten so keine Hühner oder Küken bedrohen.

Den nun freien Boden planen wir, zum Gemüsegarten umzufunktionieren. Da wir mit steigendem Alter immer bückfauler werden, haben wir, im vergangenen Jahr, günstige Holzbretter erworben – Terrassendielen – aus denen wir vier Hochbeete bauen wollen. Dazugehörige (Bau-) Schutzfolie und engmaschigen Kaninchendraht gegen die lästigen Wühlmäuse haben wir auch schon erstanden.

Einige Buchshecken müssen dringend wieder in Form gebracht werden. Damit habe ich schon in den letzten Jahren begonnen und einen Teil kräftig gestutzt. Sie sind alle brav wieder ausgeschlagen und müssen nun in ihrer Form gehalten werden.

Dabei fällt mir ein, meine Lieblingsrose „Honorine de Brabant“ wollte ich ja vermehren. Das darf ich keinesfalls vergessen denn der Busch mäkelte im vergangenen Jahr.

Und dann ist dort noch der unvollendete Bachlauf. Als wir unseren Garten anlegten, da haben wir einen Schlagbrunnen in einer Gartenecke in den Boden getrieben. Dieser Brunnen hat leider keine Funktion mehr da, durch die Bewässerung der angrenzenden Ackerflächen, der Grundwasserspiegel gerade in der entscheidenden Bewässerungszeit zu weit absinkt. Er soll aber nun als Ursprung eines kleinen Bachlaufes dienen, dessen Gefälle und Endteich bereits vorhanden sind. Das Material zur Abdichtung des Wasserlaufes und der Kies lagern auch schon einige Zeit bei uns.

Eine weitere Sitzecke ist im Garten angedacht. Dieser Bereich wird zum Teil bereits von selbst angelegten und gestapelten Feldsteinwällen eingegrenzt. Der Innenraum dient im Moment noch als Lagerstätte für Pflastersteine, welche für einen neuen Gartenweg gebraucht werden. Sie teilen sich den Platz mit üppig wuchernden, wilden Brombeeren. Diese Brombeeren, saftig und groß durch den lockeren, frischen Gartenboden, müssen unbedingt im Zaum gehalten werden. Leider verlieren wir dadurch leckere Naschfrüchte.

Doch zunächst einmal ist die „Knickpflege“ angesagt. So lange das Wetter noch winterlich ist, der Frost die Pflanzen in Winterruhe erstarren lässt, so lange können Büsche und Bäume gestutzt werden. Und einige unserer Heckensträucher und Thuja müssen unbedingt geschnitten werden. Bei einer sehr hoch gewachsenen Weide, die sich irgendwie zwischen die, von uns gepflanzten, Heckenpflanzen gemogelt hat, haben wir am vergangenen Wochenende bereits die Säge angesetzt. Diese Arbeit muss noch zu Ende geführt werden, da die Dunkelheit unsere Arbeit vorzeitig beendet hat. 

  

Sie hat eine wunderschöne Rinde.

Doch nun schaue ich erst einmal nach schönen Fotomotiven. Ja. Direkt an der Hauswand sind einige Blüten des gelben Winterjasmin. 

Und dort, der Haselstrauch, der im Herbst den Wintervorrat für unsere süßen, braunen Eichhörnchen liefert, lässt seine Kätzchen im Wind wehen. Im vorletzten Jahr hat eins der Hörnchen seinen Wintervorrat an Haselnüssen auf unserer Hollywoodschaukel, die wir in der Garage überwintern, verspeist. Wir haben die leeren Schalen im Frühjahr gefunden, als wir die Schaukel wieder auf die Terrasse tragen wollten, um sie wieder in Betrieb zu nehmen.

Auch der rote Zierhaselstrauch, der sich wie die Weide, plötzlich im Garten breit gemacht hat, mitten in einer Buchshecke, hat sich mit rötlichen Kätzchen geschmückt.

Um unseren „Endteich“ herum haben wir, auf verschiedenen Ebenen an einem selbst angelegten Hang, lauter kleine Mörtelkübelteiche und –beete angelegt. Hier habe ich meine verschiedenen Minzen gepflanzt. Solche außerordentlich wanderlustigen Pflanzen halte ich durch diese unüberwindbaren Hindernisse an ihren Plätzen. So kann ich sie auch, mithilfe selbst angefertigter Pflanzenschilder, auseinander halten. Obwohl die Meisten an ihren Blättern zu unterscheiden sind, so gibt es doch einige, die sich ähnlich sehen.

Manchmal mogeln sich Fremdlinge in diese Beete. So habe ich im vergangenen Jahr einen Pompesel (aus dem Missingsch für Rohrkolben) entdeckt, der mir seinen Blütenstand entgegenreckte. Jetzt lösen sich die Samen langsam vom Stängel ab und fliegen mit dem Wind davon.

 

Bald werden die Christ- und Lenzrosen blühen.

Auch die Elfenblumenbereiten sich auf die Blüte vor.

Die riesigen Schneeglöckchen – oder sind es Märzenbecher – recken, an geschützter Stelle, schon ihre Köpfe aus dem Boden.

Die Gehäuse der Weinbergschecken, die den Winter nicht überstanden haben, finden sich überall auf den Beeten.

Einige sind wohl, auf ihrer Suche nach einer schmackhaften Mahlzeit, in die Teiche mit den verschiedenen Sorten Brunnenkresse gestürzt.

In meinen schwebenden Töpfen hat sich Tripmadam (auch Felsen-Fetthenne genannt, essbar wie auch die dekorative, großblättrige Fetthenne) breitgemacht. Im Moment sind die Triebspitzen mit rot gefärbten Blättchen geschmückt.

Und dann finden sich da auch noch die wunderschönen Fruchtstände der Weberkarde, des Schmetterlingsflieders und der Rispenhortensien.

Und das schnabellose Huhn, das meine mediterranen Kräuter bewacht!

 

 

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